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MW2 - und täglich grüßt das Murmeltier
25.01.2010 - 23:41 von wgs./w@Lly
MW2 - und täglich grüßt das Murmeltier
1 Milliarde verkaufte Ausgaben des neuen Egoshooters Call of Duty: Modern Warfare 2 sollten auch den letzten zögerlichen PC Spieler davon überzeugen, dass dies – wie von Publisher Activision mit einer millionenschweren Werbekampagne suggeriert – tatsächlich die vorläufige Krone der Call of Duty Reihe darstellt.
Doch verfolgt man die vielen Meldungen im Netz, schwanken die abertausenden von PC:MW2-Zockern zwischen Begeisterung und Verzweiflung. Levelhacker, massive Bugs, Cheats, Hacks und Camper machen das Leben des „Absolut Normalen Spielers“ schwer, das im Vorfeld hoch gelobte IW.net wird von Patch zu Patch immer schlechter und das Finden eines geeigneten Matches, überhaupt das Einsteigen in ein simples Spiel zieht sich immer mehr in die Länge oder kommt erst gar nicht zustande. Entnervte Spieler klagen über ständige Spielabbrüche, schlechte Hostauswahl und fehlgeschlagener Hostmigration.
Dazu kommen Nachrichten über Leitungen kappende Provider, welche den Traffic übers IW.net als illegal einstufen, unschuldige Spieler die nach Zocken auf einem merkwürdigen Server durch VAC gesperrt werden, Clans die beim Töten des Gegners plötzlich Minus-XP kassieren und ihren Level verlieren. Das Spiel strotzt vor Merkwürdigkeiten, vor Fehlern und Bugs und verkauft sich trotzdem nach wie vor wie warme Semmeln. Die Flame-Orgie jedoch nimmt ungeahnte Ausmaße an.
Die Diskussion um Cheater, Hacker und Bugs ist so alt wie die CoD-Reihe selbst. Und doch hat sie mit MW2 einen neuen Höhepunkt erreicht. Glaubt man den vielen Meldungen, sind auf nahezu allen Servern nur noch Buguser, Camper und Cheater unterwegs; doch gibt es auch die Gegenstimmen, welche bislang noch kaum einen echten Cheater gesichtet haben wollen.
Die unterschiedlichen Erfahrungen liegen wohl zu einem Großteil darin, dass man dank des P2P-Systems als Spieler kaum noch überprüfen oder gar nachweisen kann, ob jemand unfair spielt oder nicht. Anders als Konsolen sind PCs sehr komplexe Systeme und steht außerdem eine über viele Jahre gewachsene und sehr kreative Hacker-Gemeinde bereit, um die letzten Möglichkeiten von Modern Warfare 2 auszuloten und die vom Entwickler halbherzig eingebauten Sperren zu umgehen. Noch dazu bietet das Peer2Peer-System neuartige und zahlreiche Möglichkeiten, der Kreativität ungestraft freien Lauf zu lassen. Grund genug für viele, hinter jeder geglückten Aktion oder gutem Spieler gleich einen Betrüger zu vermuten. War die Cheater-Diskussion bei den CoD-Vorgängern noch „hitzig“, kocht sie bei MW2 nun vollkommen über.
Was viele nicht erkennen können oder wollen: hinter vielen angeblichen Cheats und Hacks verstecken sich oftmals simple Fehler des Spiels oder Schwächen des IW.nets.
Fliegende oder gar unsichtbare Spielerfiguren, Kugeln die treffen obwohl man längst in Deckung war, Gegner die plötzlich hinter einem stehen obwohl sie gerade vor einem waren, extrem schlechte Hitboxen oder nicht tötbare Gegner. Alles keine Cheats, sondern der Segen des IW.nets und seinen Lags. Hätte IW statt der grünen Balken harte Zahlen als Augenöffner in der Pinganzeige, wären die ewigen Diskussionen um einiges an Öl leichter. Und würden sich die PC-Zocker endlich mal gegen den Entwickler zusammentun, anstatt sich gegenseitig in Cheatvorwürfen zu zerfleischen.
Doch nicht nur die sonderbaren Erscheinungen des Online-Spielens sorgen immer wieder für Unmut. Auch zahlreiche Bugs im Spiel, besonders jene die durch Waffen- und Perkkombinationen beeinflusst werden zeigen, dass der Entwickler bei MW2 mehr Wert auf den „Boah-Ey-Effekt“ als auf ein ausbalanciertes Spiel gelegt hat. Zwar wurde der Bug des untötbaren in Warpgeschwindigkeit rennenden Messer-Sprinters mittlerweile gefixt und auch die Reichweite der 1887 Akimbo von Sniper auf Shotgun reduziert, doch warten weitere unfaire Bugs darauf dass der Entwickler sich ihrer annimmt. In der Zwischenzeit verärgern sie weiter hunderte von Spielern und sorgen dafür, dass das Cheatergeschrei lauter und lauter wird. Dabei bedienen sich die Spieler lediglich der im Spiel gratis mitgelieferten Vorteile…. zum Segen ihrer selbst und zum Schaden der Community.
Ein schönes Beispiel hierfür bietet der Perk „One Man Army“, der durch einen simplen aber fatalen Bug im Spiel für wiederholtes und damit unendliches Aufladen der Nadelauncher und Claymore Munition sorgt. Welche massiven Auswirkungen dies aufs Gameplay haben kann zeigt ein eindrucksvolles Video, in welchem der Protagonist in 8,5 Minuten nicht eine einzige Kugel aus seiner Waffe verschießt, sondern in seinem Spawn verbleibt und den Gegner mit Nadelauncher, Claymores, Luftangriffen & Co. auf Abstand hält. Flagge einnehmen? Scheiß drauf, können die anderen erledigen.
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